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Geschichte der Turnabteilung

Der TV 1874 Bergen Enkheim e.V. bietet seinen Aktiven mit der Turnabteilung in fünf verschiedenen Bereichen ein breites Angebot an Sport, Spiel und Geselligkeit. Begonnen hat das traditionelle Turnen mit der Gründung des Turnvereins Bergen am 30.06.1874, nur wenige Jahre nach dem Deutschen Einigungskrieg von 1870/71.

 

Achtzehn Jungmänner, die sich damals im Hause Steingasse Nr. 18 versammelt hatten, sind so zu den (Urgroß-) Vätern des heutigen Turnvereins 1874 Bergen-Enkheim e.V. geworden. Bereits beim Gauturntag in Oberursel im Jahre 1875 meldete sich der Verein im Turnkreis Maingau an und trat damit in den 9. Kreis der Deutschen Turnerschaft (Mittelrhein) ein. Damit ist die Turnabteilung natürlich die älteste, traditionsreichste Abteilung des Vereins.

 

Im Mai des Jahres 1886 wurde der erste eigene Turnplatz an der Vilbeler Landstraße eingeweiht, auf dem im Jahre 1904 die Grundsteinlegung zum Bau der "Alten Turnhalle" erfolgen sollte. Erst mit Fertigstellung dieser Turnhalle war ein regelmäßiger Übungsbetrieb möglich. Besonders dürften sich die damaligen Turner darüber gefreut haben, daß sie nun nicht mehr unter freiem Himmel turnen mußten und ihre Geräte, wie Ringe und Reck, einen festen Platz gefunden hatten.

 

Weil bei den Männern in den Gründerzeiten wohl eher exerziert als geturnt wurde, war die Gründung der ersten weiblichen Turnriege im Jahre 1911 mit der "dringenden Bitte" verbunden, nur Übungen zu finden, die nicht gegen geltende Sitten und Anstand verstoßen. Auch wenn sich zugegebenermaßen die Vorstellungen über Inhalt und Auslegung obiger Begriffe verschoben haben, so ist es den Turnerinnen auch in heutiger Zeit noch nicht gestattet, einen Wettkampf in kurzen Ärmeln zu bestreiten oder gar rückenfrei zu turnen.

 

Die "Alte Turnhalle" war offenbar großzügig konzipiert, hielt sie doch immerhin über 70 Jahre hinweg den Anforderungen einer Übungsstätte und dem Ansturm weiterer Mitglieder stand. Die Talentfördergruppe, die durch Anregung des ehemaligen Bürgermeisters Rudolf Fey gemeinsam mit der SG Enkheim 1972 ins Leben gerufen wurde, konnte jedoch schon bald, nämlich 1974, an der feierlichen Einweihung und Übergabe der Turnhalle im Sportzentrum Landgraben teilhaben. Gemeinsam genutzt wurde dieses Angebot jedoch nur etwa zehn Jahre, bis das Training der Förderstufen und Leistungsgruppen, welches zu gleichen Teilen in der Landgrabenturnhalle in Bergen und in der Riedsporthalle in Enkheim stattfand, im Jahre 1982 ein vorübergehendes Ende fand.

 

Im Jahre 1912 stellten die Schüler, als "Zöglinge" in den Verein aufgenommen, die jüngste Basis des Vereins. Bereits damals formierte sich eine erste Schülerriege. Heute bilden das Eltern-Kind-Turnen sowie das Kleinkinderturnen eine wichtige Basis des Vereinssports und ein Angebot für junge Familien. In der einmal wöchentlich stattfindenden Turn- und Spielstunde können die Kleinsten an Klettergerüsten ihre Kräfte zeigen, mit bunten Bällen ihre Geschicklichkeit üben oder einfach mit den vielen Kleingeräten ihren Spaß in lebhafter Gesellschaft haben.

 

Weiterhin steht der Breitensport bei den allgemeinen Turngruppen im Mittelpunkt. Dort wird den Mädchen und Jungen auf spielerische Art und Weise der Turnsport näher gebracht und gleichzeitig die Grundlage für andere Sportarten geschaffen. Schon hier zeigt sich oft, welcher Sportart künftig das größere Interesse gelten und welche wohl eher als Ausgleichssport betrieben werden wird. Für besonders am Turnsport interessierte Kinder ist die Aufbaugruppe genau das Richtige. Grundelemente werden erlernt, in Übungen zusammengefaßt und auf Kinderturnfesten dem staunenden Publikum vorgetragen. Wie kunterbunt es in den Turnstunden der Kleinen zugeht wird zum Beispiel auf dem jährlichen Hallensporttag des Turnvereins anschaulich präsentiert.

 

Zum alljährlichen "Dämmerschoppen", einer Veranstaltung des Gesamtvereins, liefert die Turnabteilung schon seit geraumer Zeit das Rahmenprogramm. Die stets "ausverkaufte" Halle feiert dabei nicht nur die Jubilare, sondern beklatscht auch die peppigen Aufführungen. So werden beispielsweis in Darbietungen der Mädchen des Leistungsturnens, wie "Schneewittchen und die Sieben Zwerge" oder "Tabaluga & Lilli", Theater und Akrobatik beinahe profihaft zu einem Gesamtwerk verbunden. Ältere Mitglieder denken dann gerne zurück, fühlen sich doch an die vergangene Varieté- und Theaterzeit des TV Bergen erinnert, in der u.a. die vereinseigene Theatergruppe im Jahre 1936 den "Rattenfänger von Hameln" zur Aufführung brachte.

 

Turnerisch nach außen vertreten wird der Verein vorwiegend durch die in den Aufbau- und Leistungsgruppen turnenden Mädchen und Jungen, die nicht nur bei den traditionellen Stadtteilmeisterschaften, sondern auch bei Gau- und Landeswettkämpfen regelmäßig große Erfolge verbuchen. Die in bis zu drei wöchentlichen Einheiten trainierten Kinder und Jugendlichen haben dabei viel Spaß und genießen die Teilnahme an auswärtigen Wettkämpfen.

 

Trotz oder gerade wegen der erfreulichen sportlichen Entwicklung bleibt es nicht aus, sich für Landeswettkämpfe zu verstärken oder gleichfalls zu einer Verstärkung anderer Turngruppen beizutragen. So ist die erneut aufgegriffene und nicht nur im Turnsport wachsende Zusammenarbeit mit der Sportgemeinschaft Enkheim begrüßenswert. Erfreulich ist außerdem, ständig in den Kinderturn- und Jazz-Tanz-Gruppen hohe Zuwachsraten der Mitglieder zu verzeichnen. Es besuchen mittlerweile nicht nur talentierte Kinder aus Bergen-Enkheim, sondern auch aus umliegenden Gemeinden das Training in der Turnhalle am Landgraben.


Last but not least bleibt noch festzustellen, daß die Turnabteilung für neue Mitglieder noch immer einen der begehrten Plätze finden wird!